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Hausratversicherung

Elementarschadenversicherung zahlt nur bei Naturereignissen – Vorsicht bei baulichen Veränderungen am Haus!

Nicht zu unterschätzen sind die Schäden, die entstehen können, wenn sich bei starken Unwettern Regenwasser oder Oberflächenwasser anstaut und seinen Weg in Wohnungen im Keller oder Tiefparterre sucht. Um sich gegen diese Gefahr zu versichern, hatte ein Versicherungsnehmer aus Heusenstamm eine Elementarschadenversicherung abgeschlossen. Als es dann in der Nacht vom 26. auf den 27. Mai 2014 zu starken Regenfällen im Gebiet um das Haus des Versicherungsnehmers kam, bei denen die Keller an dem Mietshaus des Versicherungsnehmers mit Wasser vollliefen, ging dieser zunächst davon aus, der Schaden werde schon durch seine Elementarschadenversicherung ersetzt werden. Umso verwunderter war er, als das Versicherungsunternehmen das Vorliegen eines Schadensfalles in der Elementarschadenversicherung ablehnte, da eine Überschwemmung im Sinne ihrer Versicherungsbedingungen nicht vorgelegen habe. Nachdem sich Versicherungsnehmer und Versicherer nicht einigen konnten, landete die Angelegenheit schließlich vor Gericht. Das Landgericht Darmstadt prüfte den Sachverhalt, der sich nach den Ermittlungen des Gerichts wie folgt darstellte: Durch die starken Regenfälle war das Regenwasser in Strömen vom Dach abgeflossen. Da der Kläger aufgrund von Baumaßnahmen in den Tagen zuvor die Hauptregenrinne abgenommen hatte, lief das Regenwasser in die unterhalb der Penthaus-Wohnung gelegene schmalere Regenrinne ab. Diese konnte jedoch die Wassermassen nicht mehr fassen, weshalb es zum Überlaufen kam. Das Wasser lief dann die Hauswand hinab und sammelte sich in einem 7,5 x 1 Meter großen Kiesbett, bevor es von dort in das Mauerwerk des Hauses eindrang und schließlich die Räume in der Tiefparterre-Wohnung überflutete.

Das Landgericht Darmstadt führte aus, eine Überschwemmung im Sinne der Klausel liege hier nicht vor. Diese sei nämlich nur dann gegeben, wenn Wasser in erheblichem Umfang meist mit schädlichen Wirkungen nicht auf normalem Wege abfließe, sondern auf sonst nicht in Anspruch genommenem Gelände in Erscheinung trete und dieses überflute (BGH, Urteil IV ZR 154/05 vom 26.04.2006). Nach dem Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers sei eine in den Bedingungen nicht näher definierte Überflutung dann anzunehmen, wenn sich erhebliche Wassermengen auf der Geländeoberfläche ansammelten (BGH, Urteil IV ZR 252/03 vom 20.04.2005). Vorliegend habe sich das Wasser aber gerade nicht über eine größere Grundstücksfläche ausgebreitet, es sei vielmehr in das vor der Tiefparterre-Wohnung befindliche Kiesbett geflossen, welches nach eigenem Vortrag des Klägers zum Versickern des Regenwassers dienen sollte. Die Überschwemmung war also allein begrenzt auf das Kiesbett vor den Fenstern der Tiefparterre-Wohnung. Das Gericht mutmaßte, dass entweder ganz oder teilweise die Versickerungsfähigkeit gefehlt habe oder die Versickerungsgeschwindigkeit nicht ausreichend gewesen sei. Dies aber seien keine Fälle, die unter den Schutz einer Elementarversicherung fielen.

Unter Elementarschadensereignisse fielen grundsätzlich Sturm und Hagel, Blitzschlag, Erdbeben, Sturmflut, Erdsenkung, Erdrutsch, Meteoriten, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen, Schneedruck und Lawinen. Die Elementarschadenversicherung decke grundsätzlich nur solche Schäden ab, die auf Naturereignisse zurückzuführen seien. Nicht unter die Elementarschadenversicherung fielen Folgen von Ereignissen, die durch Eingriffe des Menschen verursacht worden sind. Im vorliegenden Fall sah das Landgericht Darmstadt aber das menschliche Handeln des Klägers als ursächlich für den Versicherungsfall an. Wie der Kläger nämlich selbst vorgetragen habe, sei es seit Errichtung des Gebäudes im Jahr 1971 bisher nie zu einem entsprechenden Zwischenfall gekommen. Erst durch die Beseitigung der Regenrinnen am Dach zur Penthaus-Terrasse habe dann die übrig gebliebene, unterhalb der Penthaus-Wohnung befindliche schmale Regenrinne das Wasser an dieser Stelle nicht mehr fassen können, weshalb es zum Überlaufen gekommen sei. Durch die dadurch vermehrte Wasseransammlung im Kiesbett, deren Versickerungsfähigkeit bzw. -geschwindigkeit nicht mehr ausgereicht habe, um die Wassermassen aufzunehmen, sei es dann zu einer begrenzten Wasseransammlung im Kiesbett gekommen, die zum Eindringen von Wasser in das Mauerwerk habe führen können. Dabei könne dahinstehen bleiben, weshalb Wasser vermehrt „in Strömen“ in das Mauerwerk des Hauses eindringen konnte, da dieses nicht entscheidungserheblich war. Ein Elementarschadensereignis im Sinne der Versicherungsbedingungen sei daher nicht gegeben. Aus diesem Grund wies das Landgericht Darmstadt die Klage mit Urteil 2 O 20/16 vom 09.06.2016 ab.

Jürgen Wahl, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Wahl als Experte im HR

Oftmals versprechen Handyversicherungen mehr als sie halten.
Auch der Abschluss einer Hausgeräteversicherung wird oftmals den den Bedürfnissen der Versicherungsnehmer nicht gerecht.

Wenn die Versicherung nicht zahlt, hilft oft nur der Gang zum Fachanwalt für Versicherungsrecht.

Hausratversicherung zahlt nicht bei tierischen Vandalen

Zum Schmunzeln war dem älteren Ehepaar nicht zumute, als es nach vierwöchiger Urlaubsabwesenheit wieder in sein Anwesen nach Dietzenbach zurückkehrte. Bereits nach Öffnung der Wohnungstüre offenbarte sich dem Rentnerehepaar ein beißender Geruch. Nahezu in der gesamten Wohnung fanden sich Urin- und Kotspuren tierischen Ursprungs. Ein schabendes Geräusch im Bettkasten verriet schließlich den Aufenthaltsort des Tieres. Als das mutige Familienoberhaupt den Bettkasten aufzog, fand es darin inmitten der dort aufbewahrten Decken und Kissen einen Igel vor, der sich dort seine neue Schlafstatt eingerichtet hatte und sich offenkundig pudelwohl fühlte.

Mit seinem despektierlichen Verhalten hatte dieser die Gastfreundschaft der beiden Senioren über die Maßen beansprucht. Aus diesem Grund wurde er kurzerhand an die frische Luft befördert. Was blieb, war ein Sachschaden in Höhe von ca. 500 Euro. Die Wohnung musste komplett gereinigt und das verdreckte Bettzeug entsorgt werden. Stellenweise musste auch der Teppichbelag ausgetauscht werden.

Wie der Igel in die Wohnung gelangen konnte, konnte bis zuletzt nicht geklärt werden. Da das Ehepaar vor seinem Urlaub bedingt durch die sommerlichen Temperaturen häufig die Terrassentüre offen gelassen hatte, ist zu vermuten, dass das Tier sich auf diese Weise Zutritt zur Wohnung verschafft hat und sich dort unbemerkt von seinen Gastgebern ein neues Wohnquartier einrichtete.

Hilfe suchend wandte sich das Ehepaar an seine Hausratversicherung und bat dort um Erstattung des Vandalismusschadens. Die Hausratversicherung sah sich jedoch nicht in der Pflicht und lehnte den Schaden ab.

„Tierischer Vandalismus ist im Rahmen der Hausratversicherung üblicherweise nicht mitversichert“, erläutert Rechtsanwalt Jürgen Wahl, Fachanwalt für Versicherungsrecht in Offenbach, die Rechtslage. „Nach § 3 Nr. 1 der Allgemeinen Hausrat-Versicherungsbedingungen (AHB 2010) sind Vandalismusschäden im Rahmen eines Einbruchdiebstahls zwar grundsätzlich vom Versicherungsumfang gedeckt, ein Einbruchsdiebstahl liegt hier aber schon begriffsmäßig nicht vor.“ Ein solcher würde nämlich voraussetzen, dass eine Person unbefugt in einen verschlossenen Raum eindringt. Einmal abgesehen davon, dass der Eindringling kein Mensch, sondern ein Tier war, hatte sich dieses jedenfalls nicht unbefugt Zutritt in einen verschlossenen Raum verschafft. Stattdessen war der Igel schnurstracks durch die geöffnete Terrassentüre in das Anwesen eingedrungen. Darüber hinaus setzt ein Vandalismusschaden auch stets eine vorsätzliche Zerstörung von Gegenständen voraus. Da ein Tier aber in der Regel von seinem Instinkt getrieben handelt, ist auch ein Vorsatz hier zu verneinen, erläutert der Rechtsexperte Wahl. Da ein versichertes Schadensereignis folglich nicht vorlag, durfte die Versicherung zu Recht die Leistung verweigern.

Rechtsanwalt Jürgen Wahl
Fachanwalt für Medizin- und Versicherungsrecht

Gelten Wasserschäden, die durch geschmolzenen Hagel entstanden sind, noch als Hagelschäden im Sinne Ihrer Hausratversicherung?

Beschluss des Saarländischen Oberlandesgerichts vom 04.06.2013, Az.: 5 W 43/13

Schäden im Haushalt können schnell entstehen. Für diese Fälle gibt es aber die Hausratversicherung, die die einmal entstandenen Schäden finanziell ersetzen. Doch nicht immer besteht eine solche Einstandspflicht der Versicherung, wie der folgende Fall darstellen soll.

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